Stützel-Originaltext 2011

hallo,

ich wollte noch mal sagen dass ich schon auch gern laute unterrichte, ich hab das nur richtung dowland lautenlieder abgebogen, weil ich mir da so einen gruppenkurs für anfänger oder fortgeschrittene nicht so gut vorstellen kann, da könnte man eher sagen ich bin da, und wenn jemand fragen dazu hat kann man schauen ob ich ihm oder ihr weiterhelfen kann. ich glaub das ist zu speziel, auch zu sehr eine einzelgängerinstrument, die wenigen lauten und lautenisten so verschieden….

ein kurs wie man lautentabulaturen auf der gitarre mit lautenstimmung spielt wär z b einfacher…

dowland lieder sind nicht ganz einfach, aber sehr toll, und s gibt auch ne menge dazu zu erzählen, da ist grad eine weltordnung umgebrochen… und man kann sie wie gesagt sehr gut unterschiedlich besetzen..

(ich hab ja eigentlich klassische gitarre studiert und nicht laute, wobei ich laute interessanter finde)

 

du weißt natürlich viel besser was für leute kommen, und was es sonst für kurse gibt. da verlass ich mich auf dich, dass du besser als ich beurteilen kannst was noch gut zum smf passt. was wir besprochen haben ist gut, ich schreib dir das nur für den fall dass du daraufhin noch was ändern magst….

ich denke auch dass es schon sinnvol ist wenn ich nicht mehr als drei kurse geb, für mich – ich war schon letztes mal durchgehend beschäftigt – und auch für das ganze fest, sonst vereinnam ich ja auch alle räume und leute…

 

ich hatte mir das so vorgestellt, dass ich diesen sommer gleich zu anfang auch irgend ne david stützel verunstaltung mache, wo man schneller mitbekommt was ich alles so für komische sachen mach, und dass dann die leute auch unabhängig davon ob ich zu irgend was offiziel einen kurs anbiete kommen und fragen, so ne art kursschwarzmarkt, wo sich das angebot nach der nachfrage richtet.. das war aber bevor du angerufen hast.

 

das mit den georgischen liedern, georgischer musik, sollten wir auf jeden fall machen, mit russo, warscheinlich auch mit instrumenten, aber der gesang ist das wichtigste zentrale.

säge werd ich wieder als hauptsächlich säge, aber vielleicht auch überhaupt auf allem möglichen und unmöglichen spielen verschlimmern, das braucht aber ja in der ankündigung nicht aufzutauchen..

 

daraus könnte man natürlich auch ein altagsgegenständeorchester machen, das wär schon eine andere variante…

flaschen tassen töpfe rohre schläuche luftballons, gummibänder,sägen….

 

du siehst jetzt kommen wieder die 53 ideen für weitere kurse (ich erinner mich genau wie du geschaut hast wenn dir jemand noch einen kurs vorschlagen wollte…):

nein – ich mail dir nur noch die wichtigsten:

 

flötenbau: man kann sehr einfach kerb- und querflöten bauen, ein einfaches rohrblattinstrument auch, aus bambus und schilf, mit säge, bohrmaschiene, eventuel glühende nägel oder lötkolben……. (ich selbst brauch höchstens ne stunde)

 

total „im-pro-visation“ meiner art: ausgangspunkt und zentrum ist aufeinander hören und achten, das zusammenspielen. das wird geübt und kultiviert. tonart, takt, stielrichtung, begabung und all sowas werden ausser acht gelassen (können aber natürlich jeder zeit trotzdem auftauchen). das meiste was sonst geübt wird zum improvisieren, wird als im-pro-visatios vermeidungs strategie angesehen, im-pro-visieren heißt dass man sich auf das abenteuer einlässt etwas zu machen, bei etwas mitzuwirken, wo man nicht vorhersieht was passiert, wo man nicht abgesichert ist, wo man auch wenns einmal ganz toll geklappt hat das nächste mal nicht – überhaupt garnicht – weiß ob es wieder so wird, wo man sogar merkt, dass genau das ein hinderniss ist, dass man etwas wiederholen will.

es geht da wirklich um pures aufeinander achten, hören, fühlen wo sich etwas hinentwickeln will, ob die musik selber, etwas gemeinsames plötzlich eine erkennbare richtung bekommt, ohne dass jemand leiten muss…

 

(ich könnte natürlich auch jeden tag eine verrückte vorlesung halten – falls du mal noch was ganz anderes magst – das mach ich ja seit vielen jahren an einer musikhochschule… auf dem smf würde ich das noch etwas abwandeln, obwohl meine vorlesungen an der musikhochschule auch schon zimlich speziel sind.. „instrumentenkunde“ aber oft von sägen oder ähnlichem ausgehend, und ich gehe sehr grundlegenden fragen nach, warum dinge so sind wie sie sind, wie sie funktionieren.. das bewegt sich meißtens so „sendung mit der maus“ artig zwischen akustik, instrumentenbau, geschichte, zahlentheorie, instrumente erfinden, entdecken, kunst, anderen musikkulturen, was sind töne, obertöne, woher kommen intervalle überhaupt, was ist eigentlich ein musikinstrument was ist musik…)

genug davon.. wenn ich nix mehr von dir hör mach ich wie besprochen gern georgische dowlandlieder aus der renaissance auf der säge…

Suche